Hilfe bei Demenz – Fachexpertin Manuela Steinmetz, DGKP im Gespräch

Bereits bis zu 130.000 Menschen leben derzeit mit einer Form von Demenz in Österreich. Da das Alter der Bevölkerung zunehmend steigt, rechnet man damit, dass sich die Anzahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 verdoppelt und der Betreuungs- und Pflegebedarf somit weiter steigen wird. Um die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren und selbst einen Beitrag zu leisten, haben wir uns auf die 24-Stunden Betreuung mit Schwerpunkt Demenz spezialisiert.

Gerade bei Menschen mit einer Demenzerkrankung ist das häusliche Umfeld und ein bekannter und routinierter Alltag von großer Bedeutung. Oft schreitet die Demenz in Alters- und Pflegeheimen viel schneller voran, weil eben die Möglichkeit des eignen Zuhauses und bekannter Dinge nicht mehr gegeben ist. Der Begriff Demenz setzt sich aus dem lateinischen „De Mens“ zusammen, was übersetzt bedeutet „Der Geist geht weg“. Fähigkeiten wie Denken, Orientierung und Lernfähigkeit, Sprache, Auffassung und Urteilsvermögen nehmen ab und führen zu Einschränkungen im Alltag. Kompetente und ausgebildete BetreuerInnen können hier einen essenziellen Beitrag leisten und Betroffene bestmöglich unterstützen. Demenz schreitet in Stadien voran, je nach Fortschreiten der Krankheit ist es wichtig, Demenzkranke optimal zu fördern, motivieren und vor allem auch zu verstehen.

Unsere DGKP Manuela Steinmetz ist für die Qualitätskontrolle und die Einschulung im Umgang mit Demenzerkrankten zuständig und hat darin Ihre Berufung gefunden. Selbst Tochter pflegebedürftiger Eltern berichtet sie von persönlichen Erfahrungen in unserem Interview.

Warum sind es gerade Demenzerkrankte, die Ihnen so am Herzen liegen?

Und wieder sind es die verschiedenen Lebensgeschichten, die verschiedenen Arten aufzuwachsen und zu leben und dass wir solange wir leben unsere Herkunft nicht vergessen. Im Gegenteil: besonders in der Demenz tritt sie wieder in Erscheinung und die BetreuerInnen, PflegerInnen, Töchter und Söhne sind gefordert sich damit auseinander zu setzen.

Wie kann man eine beginnende Demenz feststellen?

Grundsätzlich unterscheidet man 3 Stadien einer Demenzerkrankung. Anfangs sind die Anzeichen noch gering und leicht zu übersehen, daher ist eine frühe Diagnose außerordentlich wichtig, um so den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und Betroffene bestmöglich unterstützen zu können. Im 1. Stadium, der leichtgradigen Demenz ist das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt, Namen werden vergessen, der Gesprächsfaden wird verloren und es kommt zu einer Desorientierung bei Ortswechsel. In dieser Anfangsphase ist es Betroffenen von besonderer Wichtigkeit die Fassade aufrecht zu erhalten und sich nichts anmerken zu lassen.

Gibt es Risikofaktoren die im höheren Alter zu einer Demenz führen können?

Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes, Abweichungen des Fettstoffwechsels, Übergewicht, Rauchen sowie übermäßiger Alkoholkonsum sollten frühzeitig behandelt bzw. korrigiert werden. Ebenso stellen Vitamin- und Hormonmangelzustände ein erhöhtes Risiko dar.

Warum ist die frühe Diagnosestellung einer Demenz so wichtig?

Wird eine Demenz früh erkannt, kann man mit medizinischen und therapeutischen Maßnahmen Schritte setzen um den Krankheitsverlauf zu entschleunigen. Je früher man aktiv wird, desto länger kann man die Selbstständigkeit im Alltag der Betroffenen und somit das Verbleiben in der eignen Wohnung möglich machen.

Wie lässt sich eine Demenz behandeln?

Es gibt zahlreiche Therapieformen, die für die Behandlung von Demenzen infrage kommen. Einerseits die medikamentöse Behandlung mit Neuroleptika, Antidementiva und Antidepressiva sowie nicht medikamentöse Behandlungen wie Ergotherapie, kognitives Training, Verhaltenstherapie, Biographiearbeit, Realitätsorientierung, Musiktherapie, Kunsttherapie und Millieutherapie. Der richtige Mix der unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten ist hier entscheidend um die Möglichkeiten an den individuellen Krankheitsverlauf anzupassen.

Welchen Ratschlag geben Sie Angehörigen, für die die Situation vielleicht noch neu ist?

Wichtig ist es, sich Wissen über die jeweilige Demenzerkrankung anzueignen. So kann man sich ein wenig darauf einstellen, wie sich der Betroffene verhalten wird und was einen die nächsten Jahre erwartet. Betreuung und Pflege dauern oft viele Jahre und sind seelisch und körperlich sehr belastend. Sich hierfür Hilfe zu holen, ist sicherlich ein erster Schritt um diese belastende Situation auch selbst gut meistern zu können. Demenzerkrankte benötigen viel Verständnis und Geduld, vor allem im fortschreitenden Stadium können Verhaltensveränderungen auftreten, die man so noch nie bei seinen Angehörigen wahrgenommen hat.

 

Wir von Help-24 sind froh, mit Manuela Steinmetz eine Fachexpertin für Demenzbetreuung in unserem Team zu haben. So können wir für die optimale Versorgung unserer Kunden und Kundinnen sorgen und unseren Beitrag leisten, über die Demenzerkrankung zu informieren und den Angehörigen zur Seite zu stehen. Regelmäßig veranstalten wir Webinare und Vorträge rund um das Thema Demenz. Haben Sie Interesse sich die bereits stattgefundenen Webinare anzusehen, dann schreiben Sie uns einfach ein E-Mail an: demenz@help-24.at, wir senden Ihnen gerne die Unterlagen zu.

Bei weiteren Fragen, oder wenn Sie selbst in der Situation sind und Hilfe brauchen, scheuen Sie sich nicht und rufen Sie uns an: +43/1270 610 840